was bedeutet direkter handel für uns
Direct Trade - Importance for Us & Implementation
Team OCS |8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
01
Was bedeutet direkter Handel?

Direkter Handel ist kein klar geschützter oder einheitlich definierter Begriff. Gemeint ist meist, dass Röstereien ihre Kaffees möglichst unmittelbar mit den produzierenden Farmen bzw. Produzent:innen auswählen und langfristige Beziehungen zu ihnen aufbauen – statt sie anonym über mehrere Handelsstufen einzukaufen.

Das kann Transparenz schaffen, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen und eine fairere, nachvollziehbarere Bezahlung fördern.

Ganz ohne Im- und/oder Exporteur funktioniert es für kleine und mittelgroße Röstereien jedoch kaum: Export, Finanzierung, Qualitätskontrolle, Logistik und Zollabwicklung benötigen lokale Infrastruktur und Expertise. Direkter Handel heißt deshalb in der Praxis nicht, jeden Zwischenakteur auszuschließen, sondern Handelswege bewusst kurz, transparent und fair zu gestalten.

John und sein Team von der Finca Las Brisas zu Gast bei uns in Freiburg
02
Zu viele Farmen sind nicht profitabel

Das war eine erschreckende Erkenntnis während unserem Einstieg in die Kaffeebranche. Viele Farmen kämpfen jedes Jahr ums Überleben und sind oftmals nicht profitabel.

Für uns war also schnell klar, dass wir höhere Einkaufspreise akzeptieren und befürworten müssen, wenn wir langfristig nicht auf Kaffee verzichten möchten. Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen und offenlegen, welche Konsequenzen es hat, wenn wir dies nicht tun – sowohl für die Farmer als auch langfristig für uns alle.

Auf dem Weg zur Abakundakwa Kooperative in Rushashi, Ruanda
“
“I want to create a big family around that sip of coffee”
– Bernard Ornilla, Farmer der Finca Gaia
03
Ökonomische Nachhaltigkeit ist Grundlage für ökologische Nachhaltigkeit

Wenn Farmen nicht profitabel sind, droht ihnen über kurz oder lang das Aus. Das ist das Worst-Case-Szenario. Wir sind überzeugt, dass ökologische Nachhaltigkeit mit ökonomischer Nachhaltigkeit beginnen muss.

Wird der Farmer fair bezahlt und lebt nicht in ständiger Existenzangst, entsteht eine Umgebung, in der er sich den "Luxus" leisten kann, sich mit ökologischen Weiterentwicklungen zu beschäftigen.

Aus unserer Welt heraus ist es leicht, solche Dinge zu erwarten. Doch das ist weder fair noch realistisch. Erst sollten wir die absolute Mindestgrundlage für die Farmen schaffen und dann können wir mit Forderungen an sie herantreten.

Don Julio arbeitet auf der Finca Santa Margarita schon sehr ökologisch
04
Unser Ansatz: Direkter Handel als Basis für ökonomische Nachhaltigkeit

Unsere Säulen für einen direkten Handel sind folgende: Als aller erstes geht es um eine persönliche und langfristige Beziehung zu den Farmen. Dabei sind wir nicht die rettenden Helfer sondern ein Freund und Geschäftspartner auf Augenhöhe. Wir bezahlen die Preise, die ein Farmer von uns verlangt und der Farmer, damit wir langfristig diese tollen Kaffees genießen können. Es geht also um Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Preises. Wenn wir einen Kaffee beziehen geht dieser Auftrag direkt an den Farmer, welcher dann über transparente Importeure uns diesen Kaffee dort zum Kauf zur Verfügung stellt. Natürlich entstehen für den Import auch noch Kosten, doch diese gehen nicht mehr beim Farmer ab, sondern kommen bei uns oben drauf. So haben wir stets Gewissheit darüber, wie viel bei der Farm ankommt.

Gelber Papayo von der Finca Las Brisas
Die absolute Grundlage
Transparente & ausreichende Bezahlung

Wir wissen bei jedem Rohkaffee genau, wie viel Euro tatsächlich bei der Farm ankommt. Gemeinsam mit den Farmern besprechen wir diese Beträge und stellen sicher, dass sie tatsächlich fair sind.

An einem Strang ziehen
Persönliche Bindung & Austausch

Wir stehen in regem Kontakt über die Rohkaffees und deren Anbaubedingungen. So stellen wir sicher, dass unsere Vorstellungen und die der Farmen stets miteinander vereinbar sind.

Ein gegenseitiges Versprechen
Planungssicherheit

Mit dem Aufbau der persönlichen Beziehung und dem ständigen Austausch erschaffen wir langfristig gegenseitige Planungssicherheit.

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